Einladung nach Ingolstadt!

Ankündigung Homer
Am 8. November um 19:30 Uhr werden die 13 nominierten Titel zur diesjährigen Verleihung des Goldenen Homer in der Stadtbücherei Ingolstadt vorgestellt. Zur Wahl stehen unter anderem Titel von Oliver Pötzsch, Micaela Jary, Susanne Goga und Petra Durst-Benning. Auch der Augsburger Autor Victor Glass stellte sich mit seinem aktuellen historischen Krimi der Bewertung der Jury.

Der Raum im Herzogskasten im Obergeschoss des historischen Gebäudes der Stadtbücherei bietet 70 Besuchern Platz. Er ist die passende Kulisse, um sich intensiver mit den 13 Romanen zu befassen. Der Besuch ist kostenlos. Eine vorherige Reservierung wird empfohlen. In der Stadtbücherei liegt eine Anmeldeliste aus oder schreiben Sie eine E-Mail an fraugoetheliest@gmail.com.

Der Preis ehrt alljährlich die besten historischen Romane des Vorjahres. Aus 65 Buchvorschlägen der Verlage sind 13 Titel auf die Shortlist der Jury gekommen. Jeder bekommt eine Kurzvorstellung zum Inhalt, Erzählstil und Umsetzung des Themas. Besucher erhalten Lesetipps, können am Gewinnspiel teilnehmen und sich ebenfalls einen Platz für die Gala am 23. November im Altstadttheater sichern. An dem Abend werden die Preise den Autoren persönlich überreicht.

Willkommen


img_5„Literatur ist, was gelesen wird“

Was ist ein historischer Roman? Wie erzeugt man Spannung? Was ist wichtiger, die Handlung oder die Darstellung der Charaktere? Muss Kunst das Leben nachahmen oder das Leben die Kunst? Oder ahmen sich beide gegenseitig nach? Was ist Literatur? Gibt es „bessere“ und „schlechtere“ Literatur? Ist Unterhaltung gleichbedeutend mit Trivialität? Warum ist das Wort für Historie das gleiche wie das für Erzählung?

Diese und viele andere Fragen beschäftigen uns bei HOMER.

Wir verstehen uns als eine Vereinigung von Autoren aller historischen Genres und Subgenres. Bei uns soll sich jeder wohlfühlen, der sich dem Erzählen von Geschichte und Geschichten verschrieben hat. Der antike Dichter Homer verkörpert die gesamte Bandbreite dessen, was historische Erzählungen zu dem Stoff macht, der Leser begeistert. Er gilt als einer der größten Fabulierer, der die ganze Bandbreite menschlicher Tragödie, menschlichen Irrens, aber auch spannungsgeladene Handlung, Abenteuer, Mord, Neid, Gier und Missgunst, sowie Liebe und Leidenschaft in seinen Epen vereint.

Wir wollen die alte Debatte über Trivialliteratur und „ernsthafte“ Literatur, über „autonome“ und „heteronome“ Literatur – darüber, was von beidem „besser“ oder „wertvoller“ ist – beenden. Denn diese Begriffe sind genauso relativ und dem Wandel von Zeit und Normen unterworfen, wie der Literaturbegriff selbst.

Sind Shakespeares Dramen „literarisch“? Seine Zeitgenossen hätten diese Frage ganz sicher mit einem „nein“ beantwortet. Denn diesen galt er als „hack“, als Schmierfink und Schundliterat, den Romantikern hingegen als Genie. Und auch heute würden die meisten seine Texte wohl als „literarisch“ bezeichnen. Zu seinen Lebzeiten musste sich die Königin allerdings für einen Theaterbesuch schämen. Was nun also?

Gerade heute, wo neue Medien wie das ebook alte Formen wie den Episodenroman (der im 19. Jahrhundert unter anderem mit Dickens und Conan Doyle aufkam) wieder zum Leben erwecken, ist es höchste Zeit, engstirnige Beschränkungen niederzureißen und nicht (schon wieder oder immer noch) darüber zu streiten, ob Realismus oder Romantik wichtiger ist. Denn darüber haben sich bereits Henry James und Robert Louis Stevenson in den Haaren gelegen – und beide sind großartig!

Robert Louis Stevenson, einer der ganz großen Vertreter unseres Genres, hat einen Ausspruch getan, der uns bei HOMER aus der Seele spricht: „Fiction is to grown men what play is to the child.“